Monthly Archives: April 2013

Menschenrechtslage in Deutschland: Bundesregierung muss Debatte in Genf ernst nehmen

Menschenrechtslage in Deutschland: Bundesregierung muss Debatte in Genf ernst nehmen

Berlin. (red). 26. April 2013. Anlässlich der Debatte über die Menschenrechtslage in Deutschland im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen in Genf erklärt Volker Beck, Sprecher für Menschenrechtspolitik und Erster Parlamentarischer Geschäftsführer:

Die Menschenrechtslage in Deutschland ist im internationalen Vergleich sehr gut. Das bestreitet niemand ernsthaft. Doch keiner ist perfekt. Deswegen ist es für alle staatlichen Institutionen nützlich, von den anderen Mitgliedern der Vereinten Nationen den Spiegel vorgehalten zu bekommen.

Die Bundesregierung muss die aufgekommene Kritik an Deutschland ernst nehmen. Insbesondere die Aufarbeitung der NSU-Morde wird in der Weltgemeinschaft mit großer Sorge betrachtet. Deutschlands Verhalten hierzu steht im Fokus der internationalen Aufmerksamkeit. Die Debatte im UN-Menschenrechtsrat zeigt, dass Deutschland mehr tun muss im Kampf gegen Fremdenfeindlichkeit. Die fehlerhafte Aufklärung der NSU-Mordserie war kein bloßer Lapsus, sondern staatliches Versagen getragen von institutionellem Rassismus.

Der Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, Markus Löning, hat Deutschland in Genf gut vertreten. Seine Zusage, vor allem Themen wie die Menschenrechte von Migrantinnen und Migranten und den Schutz vor Rassismus mit zurück in die innenpolitische Debatte in Deutschland zu nehmen, ist begrüßenswert. Dabei werden wir ihn unterstützen. Denn einigen Mitgliedern der Merkel-Koalition scheint immer noch nicht klar zu sein, dass Menschenrechte auch in der Innenpolitik gewahrt werden müssen.

Es erscheint zwar surreal, wenn Staaten wie Iran und Nordkorea sich zu menschenrechtlichen Defiziten in Deutschland äußern. Doch wer einen Dialog mit diesen Staaten möchte, muss ihnen auch zuhören. Das ist ein demokratischer Grundkonsens. Wenn menschenrechtsverletzende Regime sich darauf einlassen, haben sie den ersten Schritt zur Überwindung des eigenen Terrors getan, ohne es zu merken. Die Vertreter solcher Staaten benutzen zwar die gleichen Wörter wie wir, meinen jedoch meist nicht das Gleiche, wenn sie von Menschenrechten sprechen. Doch diesen aufwändigen und manchmal quälenden Weg wollen wir gehen, um die Menschenrechtslage überall auf der Welt zu verbessern.

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Deutscher Städtetag verabschiedet „Frankfurter Erklärung“

Deutscher Städtetag verabschiedet „Frankfurter Erklärung“

Europa braucht starke Städte – Kommunen garantieren Bürgernähe – Jugendaustausch intensivieren

Frankfurt am Main. (red). 25.4.2013. Die Städte in Deutschland haben für das weitere Zusammenwachsen Europas eine Schlüsselrolle. Städte sorgen für Bürgernähe und realisieren in Partnerschaft mit der Europäischen Union und den Mitgliedsstaaten europäische und nationale Politik. Die Europäische Union kann ihre Bürgerinnen und Bürger nur erreichen, wenn sie die Kommunen als demokratische, bürgernahe Ebene einbezieht. Die deutschen Städte stehen dafür als Partner bereit. – Das hat der Deutsche Städtetag zum Abschluss seiner Hauptversammlung in Frankfurt am Main heute in einer „Frankfurter Erklärung“ deutlich gemacht.

Der neu gewählte Präsident des Deutschen Städtetages, Nürnbergs Oberbürger­meister Ulrich Maly, sagte: „Europa braucht starke Städte auf dem Weg der europäischen Integration und für die Integration der Menschen innerhalb der europäischen Staaten. Zwei Drittel der EU-Bevölkerung lebt in Städten. Keine andere Verwaltungsebene hat eine so große Nähe zur Bevölkerung, keine andere Ebene verwirklicht so viele europäische Regelungen. Deshalb müssen die Kommunen stärker als bislang auch als gleichberechtigte Partner der Euro-päischen Union mitwirken können und in die europäische Politik einbezogen werden.“ Die Städte benötigten deshalb eine Garantie ihrer klaren Rechte und Kompetenzen: Diese seien erstmals im Vertrag von Lissabon verankert worden und müssten in der Alltagsarbeit der EU-Kommission in Brüssel noch stärker beachtet werden.

Maly: „Was Europa nicht regeln muss, sollte es auch nicht anpacken, sondern den Mitgliedsstaaten und den Kommunen überlassen, die im Alltag nah bei den Menschen sind. Der Weg Europas von den Köpfen in die Herzen der Menschen geht nur über die Städte. Europa ist groß, abstrakt und weit weg. Nur wenn wir klar machen können, wie wichtig Europa für uns vor Ort ist, wird mehr Identi­fikation entstehen können.“

Städte ermöglichen Identifikation. Bürgerinnen und Bürger schaffen und gestalten die Stadt. „Wir müssen uns ernsthaft damit auseinandersetzen, wie wir zuneh­menden Vertrauensverlust und Politikverdrossenheit begegnen und die Bürgerinnen und Bürger einladen und ermutigen, sich aktiv an der Gestaltung ihres Lebensumfelds zu beteiligen. Hier tragen wir Kommunal­politiker eine besondere Verantwortung.“ Die Städte seien die Wiege der Demokratie und gleichzeitig das Laboratorium, um die Demokratie weiter­zuentwickeln.

Die europäische Integration und die Integration innerhalb der einzelnen EU-Mitgliedsstaaten verlangt nach Einschätzung des Deutschen Städtetages verstärkt nach Möglichkeiten zum Austausch und zu Partnerschaften. Sie können das Zusammenwachsen erleichtern und sollten deshalb stärker gefördert werden. „Wer das Zusammenwachsen Europas beflügeln möchte, der muss das Miteinander der Jugend Europas fördern. Der Deutsche Städtetag schlägt vor, bestehende Jugendaustauschprogramme auf europäischer Ebene zu intensivieren. Die Mittel dafür dürfen in der kommenden Programmplanungsperiode der EU 2014 bis 2020 keinesfalls gekürzt werden. Es gilt vor allem, die Länder in den Fokus zu rücken, mit denen der Jugendaustausch noch nicht so intensiv ist. Wir regen außerdem Städtepartnerschaften mit Kommunen aus diesen Ländern an“, so Maly.

Lösungen für Armutswanderung suchen

Neben Fördermaßnahmen, die das künftige Europa gestalten helfen, sind die Städte aber auch auf eine stärkere Unterstützung bei der Lösung kommunaler Probleme mit europäischer Dimension angewiesen, beispielsweise bei der Armutswanderung und ihrer Bewältigung. „Die Auswirkungen der Armutswanderungen innerhalb Europas sind vor allem in Städten spürbar. Den davon betroffenen Städten fehlen aber die geeigneten Mittel für eine Lösung. Deshalb müssen Bund, Länder und die Europäische Union mehr Verantwortung übernehmen. Wer die Armutswanderung und ihre Folgen wirklich vermeiden will, der muss die wirtschaftliche Entwicklung in Herkunftsländern fördern, eine Angleichung der Lebensstandards der Menschen und europaweit funktionierende Sozialstrukturen unterstützen.“

Doch auch bei anderen Problemen hierzulande und mitunter schwierigen Integrationsaufgaben benötigten die Städte die Unterstützung und finanzielles Engagement von Bund und Ländern, so Maly. „Programme wie ‚Soziale Stadt’ sind unverzichtbar, um den Städten bei ihrer Integrationsarbeit und beim Ausgleich schwieriger Entwicklungsbedingungen wirksam zu helfen.“

„Kollisionen mit der kommunalen Selbstverwaltung vermeiden“

Angesichts der Sparzwänge, die sich für Bund und Länder aus der Schuldenkrise, den Vorgaben aus dem Fiskalpakt und der Schuldenbremse ergeben, gilt es außerdem die Finanzaustattung der Städte zu sichern. Nur so können die Städte ihren Aufgaben in Zukunft gerecht werden, was immer auch eine Frage der Akzeptanz in der Bevölkerung ist, betont die neue Vizepräsidentin, Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse aus Ludwigshafen: „Die Städte brauchen unbedingt auch in Zeiten der Schuldenbremse eine auskömmliche Finanzausstattung, um ihre Aufgaben für die Bürgerinnen und Bürger wahrnehmen zu können. Daneben ist Konsoli-dierung nötig. Sie kann nur dann gelingen, wenn sie letztlich von der Bevöl-kerung akzeptiert und geteilt wird. Jede Sparanstrengung ist deshalb an die Frage geknüpft, welche öffentlichen Leistungen sich die Gesellschaft leisten will, und anschließend ist die Frage der Finanzierung zu klären.“

Dringlich zu schützen seien die kommunalen Leistungen der Daseinsvorsorge, die keinen unnötigen Beschränkungen durch die EU unterworfen werden dürften. Die Kommunen stellen beispielsweise einen hervorragend funktionierenden öffentlichen Nahverkehr bereit, sichern die Wasserversorgung und das Sparkassenwesen und ermöglichen allen Menschen gleichen Zugang zu Bildung sowie zu sozialen oder kulturellen Einrichtungen. Die im Vertrag von Lissabon festgeschriebene Privilegierung der kommunalen Daseinsvorsorge müsse auch im grenzüber­schreitenden Wettbewerb beachtet werden.

Nicht nur in diesem Zusammenhang, sondern auch bei der künftigen Ausge­staltung Europas verlangt der Deutsche Städtetag den Schutz der kommunalen Selbstver­waltung. Lohse: „Die Europäische Union braucht eine Art politisches Navi-gationssystem, das ihr hilft, Kollisionen mit dem Prinzip der kommu­nalen Selbstverwaltung zu vermeiden. Wenn tatsächlich die Ebene handelt, die dazu am besten geeignet ist, lässt sich Zentralismus vermeiden und Bürgernähe in der Europäischen Union fördern. Der europäischen Gesetzgebung fehlt es manchmal an Sensibilität bezüglich lokaler Strukturen. Nur wenn lokale Demokratie in der EU lebendig bleibt, wird Europa wirklich bürgernah und in Zukunft erfolgreich sein.“

Bund und Länder forderte die Vizepräsidentin auf, kommunale Anliegen wirkungsvoll gegenüber den europäischen Institutionen zu vertreten. Dazu zähle auch eine stärkere Einbindung der Kommunen durch eine stärkere Rolle für sie im Ausschuss der Regionen in Brüssel. Unter den 24 Vertretern, die Deutschland in dieses Gremium entsendet, dürften nicht länger lediglich drei Vertreterinnen und Vertreter der Kommunen sein. Es liege vor allem in der Hand der Länder, den Anteil der Kommunen deutlich aufzustocken und es damit anderen europäischen Staaten gleichzutun.

Städte brauchen mehr Entlastungen und keine neuen Belastungen

Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städtetages, Dr. Stephan Articus, sprach zum Abschluss der Hauptversammlung die Finanzbeziehungen zwischen Bund, Ländern und Kommunen an und kam zu dem Schluss, dass die Finanzierung neuer und der Ausbau bestehender Aufgaben durch Bund und Länder eher einem Roulette-Spiel gleiche als einem soliden Verfahren. Dabei sei der Bund faktisch nie und die Länder nur in Einzelfällen gezwungen, die den Kommunen entstehenden Kosten zu refinanzieren. In dieser Rollenteilung komme es seit mehr als drei Jahrzehnten zu ernsthaften kommunalen Haushaltslücken und kommu­naler Überschuldung – immer häufiger und immer heftiger. „Die Städte brauchen deshalb mehr Konnexität nach dem Prinzip ´Wer bestellt, bezahlt`, mehr Entlastungen und keine neuen Belastungen.“

Articus weiter: „Die meisten überschuldeten Kommunen gibt es in Ländern, die selbst überdurchschnittlich große Haushaltsprobleme haben. Es bestehen berechtigte Zweifel, ob diese Länder selbst überhaupt in der Lage sind, die Überschuldung ihrer Kommunen zu überwinden. Die über Jahrzehnte aufge­häufte Überschuldung kann wahrscheinlich nur in der Konstellation überwunden werden, in der ihr Entstehen möglich war: in dem Beziehungs­geflecht von Kommunen, Ländern und Bund.“

Der Wortlaut der „Frankfurter Erklärung“ des Deutschen Städtetages ist als PDF zu finden unter http://www.staedtetag.de .

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Netzneutralität – Gegen das ,,Zwei-Klassen-Internet"

Netzneutralität – Gegen das ,,Zwei-Klassen-Internet”

Berlin. (red9. 25.4.2013. Zur Diskussion um neue Datentarife der Telekom und einen damit einhergehenden Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität, erklären Dr. Konstantin von Notz, Sprecher für Netzpolitik und Tabea Rößner, Sprecherin für Medienpolitik:

Die jetzige Entwicklung hat sich lange abgezeichnet. Der Druck, die Netzneutralität abzuschaffen, nimmt seit Jahren zu. Auch die Diskussionen in der Enquete-Kommission ,,Internet und digitale Gesellschaft” haben noch einmal gezeigt: In diesem für unsere moderne Wissens- und Informationsgesellschaft so elementaren Bereich ist es mit Selbstverpflichtungen nicht getan. Erst vor wenigen Tagen haben über 80 europäische Verbraucher- und Bürgerrechtsorganisationen für eine gesetzliche Regelung plädiert.

In mehreren Initiativen haben wir die Merkel-Koalition aufgefordert, das Prinzip der Netzneutralität endlich gesetzlich zu sichern. Unsere Warnungen hat die schwarz-gelbe Koalition jedoch stets ignoriert. Die Bundesregierung ist mit ihrem Laissez-faire-Ansatz krachend gescheitert. Trotz vollmundiger Versprechungen haben CDU/CSU und FDP zugesehen, wie das Kind in den Brunnen gefallen ist. Ausgerechnet diejenigen, die jahrelang ganz vorne im Bremserhäuschen saßen, versuchen ihr Scheitern nun durch das Verfassen öffentlicher Briefe zu kaschieren. Das ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten.

Eine Zwangsdrosselung und Bevorzugung der eigenen Dienste ist ein massiver Eingriff in die soziale Teilhabe und ein klarer Verstoß gegen die Netzneutralität. Das Prinzip der Netzneutralität und die gleichberechtigte Übertragung von Daten waren Garant der bisherigen, demokratischen Entwicklung des Internets und sind elementar für dessen Zukunft. Die Frage, wie man die Netzneutralität sichert, ist eine der Schlüsselfragen der digitalen Gesellschaftspolitik.

Die geplante Drosselung ist ein verheerendes Signal für den Wirtschaftsstandort Deutschland und weiteren Netzausbau durch die Telekom, deren Haupteigner der Bund ist. Neue Angebote, die auf schnelles Internet angewiesen sind, werden im Keim erstickt. Wenn der Bedarf an Datenvolumen künstlich gedrosselt wird, sinkt außerdem auch der Druck, ein leistungsfähiges Netz auszubauen.

Wir wollen kein ,,Zwei-Klassen-Internet”, das die Daten desjenigen bevorzugt, der mehr zahlen kann. Wir fordern die Bundesregierung, unsere Vorschläge umzusetzen und endlich eine gesetzliche Regelung zur Wahrung der Netzneutralität vorzulegen.

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Boys Day – Gegen Rollenklischees und Stereotypen

Boys Day – Gegen Rollenklischees und Stereotypen

Zum morgigen Boys Day erklärt Ulrich Schneider, Sprecher für Jugendpolitik:

Berlin. 24.4.2013. (red). Der Boys Day macht klar, dass die gesellschaftliche Aufgabe der Gleichberechtigung nicht nur Mädchen, sondern alle in der Gesellschaft betrifft. Es darf nicht mehr als ein gesellschaftlicher Abstieg empfunden werden, wenn junge Männer Ausbildungen in pflegerischen und erzieherischen Berufen machen. Daher müssen diese Berufsfelder mehr anerkannt, aufgewertet und endlich fair bezahlt werden.

Wir müssen uns von veralteten Rollenklischees und starren Einteilungen zwischen Männern und Frauen verabschieden. Einrichtungen für Kinder und Jugendliche müssen schon von Anfang auf Gendersensibilität achten, in den Ausbildungen der Erzieherinnen und Erzieher muss dies verankert sein. Kinder und Jugendlichesollten die Chance erhalten, sich frei von gesellschaftlichen Erwartungszwängen zu entwickeln. Nur so können langfristig Stereotype aufgebrochen werden.

Einmal im Jahr, am Boys Day, wird ein Anfang gemacht, neue Wege in diesem Bereich zu gehen. Ziel ist es, Jungen an immer noch weiblich dominierte Berufsfelder heranzuführen und zu begeistern. Die Projekte reichen von dem Besuch von Kindertagesstätten bis hin zu Trainings in Berufs- und Lebensplanung, Rollenbilder und Sozialkompetenzen.

Auch Luxemburg, Tschechien und Österreich organisieren einen Boys Day -damit ist es ein europäisches Erfolgsprojekt.

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Agendarische Handreichung zur Feier des Taufgedächtnisses

Agendarische Handreichung zur Feier des Taufgedächtnisses

Grundlegend neu bearbeitete und erweiterte 3. Auflage

Hannover. 24.4.2013 (red). Die Vereinigte Evangelisch-Lutherische Kirche Deutschlands (VELKD) hat ihre agendarische Handreichung zur Feier des Taufgedächtnisses in vollständig neu bearbeiteter und erweiterter dritter Auflage herausgegeben. Die Handreichung soll der „Vertiefung des Taufbewusstseins sowie der Verbindung von Taufe und Leben“ dienen, wie der Leitende Bischof der VELKD, Bischof Gerhard Ulrich (Kiel), im Vorwort schreibt. „Martin Luther hat betont, dass ein Christ lebenslang an der Taufe lernen und im Versprechen der Taufe Trost finden kann. Die meisten lutherischen Christen werden als Kind getauft, umso wichtiger ist daher die Erinnerung an die Taufe“, so Ulrich.

Insgesamt eröffnet die Neuauflage der agendarischen Handreichung erweiterte dramaturgische und musikalische Gestaltungsmöglichkeiten. Dazu gehören unter anderem die Stärkung der leiblichen Aspekte des Taufgedächtnisses, die Symbolik des Wassers, der Handauflegung und des Kreuzeszeichens. Zudem sind sämtliche Gebetstexte sprachlich überarbeitet worden.

Die zehn Kapitel mit liturgischen Abläufen reichen von einzelnen Bausteinen für Gottesdienste mit Kindern über ökumenische Gottesdienstentwürfe bis hin zu praktikablen Vorschlägen für ein Taufgedächtnis im häuslichen Rahmen. Neu sind insbesondere zwei Formulare zur Feier des Tauftages sowie ebenfalls zwei Formulare für die ökumenische Feier der Taufe. Abgerundet wird die Handreichung durch homiletische Impulse und einen Anhang mit alternativen Texten und zahlreichen Liedvorschlägen.

In den Gemeinden der lutherischen Kirchen wächst seit Jahren das Bewusstsein für die Bedeutung der Tauferinnerung, dafür sind liturgische Elemente entstanden und in der Praxis erprobt worden. Die nun vorliegende Neuauflage ist notwendig geworden, nachdem die 2006 erschienene zweite Auflage vergriffen war.

Bibliografischer Hinweis: Die Feier des Taufgedächtnisses. Agendarische Handreichung. Herausgegeben vom Amt der VELKD, Hannover 2013. Format: 17 x 24 cm, 96 Seiten. ISBN 978-3-7859-1137-2. Preis: 9,90 Euro. Zu bestellen unter: lvh@lvh.de oder http://www.einfach-evangelisch.de.

Weitere Informationen unter http://www.velkd.de

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Bibel-Arbeit: Internetarbeit der rheinischen Kirche an Onlineangebot beteiligt

Bibel-Arbeit: Internetarbeit der rheinischen Kirche an Onlineangebot beteiligt

Hannover. (red). 23.4.2013. Eine Bibelarbeit per Twitter, geht das? Dass das geht, wird beim 34. Deutschen Evangelischen Kirchentag in Hamburg (1. bis 5. Mai) unter Beweis gestellt: Die Internetarbeit der Evangelischen Kirche im Rheinland ist an der Twitterbibelarbeit beteiligt, die sich an die Kirchentagsbesucherinnen und -besucher im Congress Center Hamburg (CCH) und Internet-User gleichermaßen wendet. „Die Auslegung des biblischen Textes wird in Sinnabschnitte auf SMS-Länge aufgegliedert“, erklärt der Internetbeauftragte der rheinischen Kirche, Pastor Ralf Peter Reimann: „Per Link eingebettete Videos und Bilder unterstützen diese Exegese multimedial. Über Twitter können Besucher und Internetuser ihre Erfahrungen mit den biblischen Texten interaktiv mitteilen.“

Wer kein Smartphone dabei habe, könne im Saal auch per Karteikarte mitmachen: Diese Inhalte tippen dann Helferinnen und Helfern in Twitter ein. Die Teilnahme an der Bibelarbeit ist über den Kurznachrichtendienst Twitter möglich mit dem Schlagwort #twibib für „Twitterbibelarbeit“. Sie ist ein Gemeinschaftsangebot der rheinischen Internetarbeit und des Evangelischen Studienwerks Villigst und findet am 2., 3. und 4. Mai jeweils von 9.30 bis 10.30 Uhr in Saal 6 des CCH, Marseiller Straße 2, in Hamburg statt. Die Exegese der für die drei Tage vorgesehenen Bibeltexte haben die Stipendiaten des Studienwerkes erarbeitet.

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OB Nimptsch ruft zur Teilnahme an Demonstration gegen Bahnlärm auf

OB Nimptsch ruft zur Teilnahme an Demonstration gegen Bahnlärm auf

Bonn. (ib/red). 23.42013. Die “IG Schutz gegen Bahnlärm und Erschütterungen” organisiert am Sonntag, 28. April, in Bonn eine Demonstration gegen Bahnlärm. Die Demo beginnt um 15 Uhr am Bonner Hauptbahnhof und endet mit einer Kundgebung auf dem Bonner Marktplatz, bei der Bonns Oberbürgermeister Jürgen Nimptsch ein Grußwort sprechen wird.

Für Nimptsch ist es grundsätzlich der richtige Weg, mehr Güter von der Straße auf die Schiene zu verlagern, um das Klima zu schonen. Allerdings müssen gleichzeitig die vom Bahnlärm betroffenen Menschen besser geschützt werden. “Die Belastung durch Lärm und Erschütterungen, die der Schienengüterverkehr mit sich bringt, wird von den Anwohnern im Rheintal schon heute als unerträglich beschrieben”, sagt der Bonner Oberbürgermeister. Vor diesem Hintergrund mahnt er ein Investitionsprogramm mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen zum Schutz der Bürgerinnen und Bürger an. Nimptsch: “Ohne Schiene könnten unsere enormen Warenströme nicht transportiert werden, aber die Bürgerinnen und Bürger haben Anspruch darauf, dass jede technische Möglichkeit ausgeschöpft wird, um die Lärmbelastung so gering wie möglich zu halten.”

Der Bonner OB ruft alle unter Bahnlärm leidenden Bonnerinnen und Bonner zur Teilnahme an der Demonstration auf, um die Forderung nach Entlastungsmaßnahmen deutlich zu machen.

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Julia Klöckner gratuliert Anke Beilstein zur Wiederwahl

Julia Klöckner gratuliert Anke Beilstein zur Wiederwahl

Mainz. (red). 22. April 2013. Der Landestag der Kommunalpolitischen Vereinigung (KPV) der rheinland-pfälzischen CDU in Bellheim stand ganz im Zeichen der Neuwahlen des Landesvorstandes. Mit 98,3 % wurde die bisherige Landesvorsitzende, Anke Beilstein MdL, in ihrem Amt bestätigt. Die Landesvorsitzende der CDU Rheinland-Pfalz, Julia Klöckner MdL, gratulierte herzlich:

„Die rund 200 Delegierten haben sich entschieden: Anke Beilstein bleibt Landesvorsitzende der KPV. Damit startet die Christdemokratin aus Ernst an der Mosel – die seit 2006 auch Abgeordnete des rheinland-pfälzischen Landtages ist – in ihre dritte Amtszeit. Das fJulia Klöckner gratuliert Anke Beilstein zur Wiederwahl reut mich sehr, denn die Kommunalpolitik ist Anke Beilsteins Spezialgebiet. Als Ortsbürgermeisterin von Ernst stellt sie ihr kommunalpolitisches Geschick schon seit 2004 unter Beweis.

Leider hat sich die Landesregierung immer mehr von den Realitäten vor Ort in den Kommunen entfernt. Ansprechpartner für Städte und Gemeinden in Rheinland-Pfalz ist die CDU. Ohne unseren Druck wäre im Landtag keine Enquete-Kommission zur Verbesserung der Kommunalfinanzen eingesetzt worden. Und ohne unsere Vorschläge, hätte es an manchen Stellen keine Bewegung bei der so genannten Kommunalreform gegeben. Wir bleiben dennoch dabei: Nur eine Reform aus einem Guss, die nicht nur die Verbandsgemeinden, sondern auch die Kreise einbezieht, ist zielführend. Die CDU bleibt deshalb am Ball und an der Seite der Kommunen.

Ich gratuliere Anke Beilstein und ihren Vorstandskollegen herzlich zur Wahl und wünsche Kraft, Mut und Gottes Segen für die kommenden Herausforderungen“, so Julia Klöckner.

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Ausländerrecht: Weitere Erleichterungen für Ausländer bei der Residenzpflicht

Ausländerrecht: Weitere Erleichterungen für Ausländer bei der Residenzpflicht

Potsdam. (red). 22. april 2013. Brandenburg vereinfacht in Abstimmung mit Berlin die vor knapp drei Jahren liberalisierten Regelungen zur Residenzpflicht von Asylsuchenden und geduldeten Ausländern weiter. Die zusätzlichen Erleichterungen und Klarstellungen sollen auch zu einer einheitlicheren Anwendung der Vorschriften durch die zuständigen Ausländerbehörden führen, wie Innenminister Dietmar Woidke am Sonntag in Potsdam erläuterte.

Brandenburg und Berlin hatten sich im Sommer 2010 auf die wechselseitige Erteilung einer gebührenfreien Dauererlaubnis für den Aufenthalt von Asylbewerbern und Geduldeten im jeweils anderen Land für die Dauer der Aufenthalts-gestattung oder Duldung verständigt. Die Dauererlaubnis zum Aufenthalt im Nachbarland berechtigt zum vorübergehenden Besuch, nicht aber dazu, den dauerhaften Wohnsitz dorthin zu verlagern.

Nach den jetzt in Kraft getretenen Änderungen ist in Brandenburg kein gesondertes förmliches Antragsverfahren für diese Ausweitung der Bewegungsfreiheit mehr erforderlich. In Brandenburg wird die Erweiterung des Aufenthaltsbereichs auf Berlin künftig bei der Erteilung oder Verlängerung einer Aufenthaltsgestattung oder Duldung automatisch eingetragen. Damit folgt Brandenburg dem bereits in Berlin gehandhabten Verfahren.

Ausgeschlossen von der erweiterten Bewegungsfreiheit sind Personen, die zu einer oder mehreren Jugend-, Freiheits- oder Geldstrafen von insgesamt mehr als 50 Tagessätzen verurteilt wurden oder in Drogendelikte verwickelt waren. Damit fallen leichtere Delikte nicht mehr ins Gewicht. Ebenfalls ausgeschlossen sind Personen, bei denen eine konkrete Gefahr des Missbrauchs der Erweiterung des Aufenthaltsbereichs besteht, etwa zur Begehung von Straftaten oder für verfassungsfeindliche Bestrebungen. Klargestellt wird zudem, dass Inhaber einer Duldung immer dann von der Erteilung einer Dauerverlassenserlaubnis ausgeschlossen sind, wenn sie aktuell und vorsätzlich durch ihr eigenes Verhalten eine Rückführung in ihr Heimatland verhindern.

Woidke unterstrich, Ziel Brandenburgs bleibe die vollständige Streichung der Residenzpflicht. „Wir bedauern, dass unsere Initiative zu deren Abschaffung Ende 2011 im Bundesrat gescheitert ist. Vor einem neuen Anlauf bedarf es aber zunächst neuer Mehrheiten im Bundestag oder eines parteiübergreifenden Umdenkens in der Flüchtlingspolitik.“

Von den Erleichterungen können in Brandenburg etwa 1.100 Asylbewerber und 1.700 Geduldete profitieren. Zuständig für die Erteilung der sogenannten Dauerverlassenserlaubnisse sind die Ausländerbehörden der kreisfreien Städte und Landkreise sowie der beiden Großen kreisangehörigen Städte Eisenhüttenstadt und Schwedt (Oder).

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