Stilles Gedenken: Friedens-Gebete für Dresden

Stilles Gedenken: Friedens-Gebete für Dresden

Vor 65 Jahren – 6 Millionen tote Menschen im Holocaust – Offizielle Angaben: 25.000 Tote nach Bomben-Angriffen auf Dresden – Handeln im Bewußtsein des 65. Jahrestages

Von Andreas Klamm Sabaot, Journalist und Nachrichten-Korrespondent

Dresden. 13. Februar 2010. Auch wenn es über die Zahlen der Opfer von Dresden keine verlässlichen Angaben gibt, in einem Punkt sind sich die trauernden Menschen von Dresden möglicherweise doch einig. Jeder einzelne Mensch, der im Holocaust der nationalsozialistischen Diktatur in den Jahren 1933 bis 1945 mit 6 Millionen Menschen ermordet wurde und jedes Opfer das bei mehreren Bomben-Angriffen vom 13. und 14. Februar vor 65 Jahren getötet wurde, ist ein Opfer zu viel. Weitere Einigkeit besteht bei den Menschen in Dresden darüber, dass man „braune Repräsentanten“, das meint Alt- und Neo-Nazis in der Stadt Dresden zu den Gedenk-Feierlichkeiten der Opfer des Zweiten Weltkriegs nicht in der Stadt haben möchte.

Die offiziellen Angaben der Zahlen über die Opfer von Dresden belaufen sich heute auf 25.000 Menschen, die in Folge der alliierten Bombenangriffe ums Leben kamen. Im Jahr 1965 hatte die Journalistin Ulrike Marie Meinhof in der Zeitschrift konkret No. 3 noch von 200.000 Todesopfern berichtet. Historische Augenzeugen-Berichte beschreiben, dass die verbrannten Menschen ohne Knochen bei einer Hitze von bis zu 2.000 Grad bei Berührung einfach zu Asche verfallen seien ohne jegliche Überreste mit Ausnahme von Asche. Über die Auswirkungen der Feuerstürme von Dresden debattieren seit vielen Jahren Menschen und Historiker.

Die Stadt Dresden gleicht am 13. Februar seit den frühen Morgen-Stunden einem Heer-Lager der Polizei. Rund 5.000 Polizei-Beamte und Polizei-Beamtinnen versuchen die Sicherheit zu gewährleisten, dass die Gedenk-Veranstaltungen und Friedens-Gebete in Dresden friedlich bleiben und es zu keinen Gewalt-Eskalationen zwischen rechten und linken Lagern in Dresden kommt. Nach Informationen eines Polizeisprechers der Polizei in Dresden, habe die Mobilisierung wie auch die Anzahl der Anmelder von Kundgebungen und Demonstrationen eine deutliche Steigerung erfahren, da der 65. Jahrestag auf einen Sonnabend fällt. Die Polizei müsse allerdings von „deutlich über 2.500 Gewaltbereiten“ ausgehen. Der gesetzliche Auftrag der Polizei sei es die Durchführung angemeldeter und genehmigter Versammlungen zu schützen. Die Planungen für den 13. Februar waren bereits im vergangenen Jahr angelaufen und sind heute abgeschlossen. „Die Dresdner Polizei wird alles daran setzen die öffentliche Sicherheit und Ordnung am 13. Februar in der Stadt Dresden zu gewährleisten. Unser Hauptaugenmerk liegt darauf die gegnerischen rechten und linken Lager strikt zu trennen.“, ergänzte der Sprecher der Polizei. Die Bedeutung des Tages sei den Polizei-Beamten und Polizei-Beamtinnen sehr wohl bewusst. Der Einsatz-Anlass stelle bereits seit Jahren einen Schwerpunkt des polizeilichen Einsatz-Geschehens in Dresden dar. Ob es noch Angehörige von Opfern der Polizei gibt ist dem Presse-Sprecher der Polizei in Dresden nicht bekannt.

Der Polizei-Sprecher in der Stadt Dresden empfiehlt: „Wer erkennt, dass Handlungen von Extremisten ausgehen, wenn sie sich bewaffnen, vermummen oder Zeug aus ihrem Taschen holen, sollte sich deutlich von ihnen abgrenzen. Straftäter können sich nicht auf das Versammlungs-Recht berufen.“

Unterschiedliche Quellen berichteten kurze Zeit vor 65 Jahren nach den Bombenangriffen von Dresden von rund 70 Todes-Opfern bei der Polizei. Wie zuverlässig diese Zahlen sind, ist nicht bekannt. Zum Auftakt der Menschenkette hielt um 13:05 Uhr die Dresdner Oberbürgermeisterin Helma Orosz an der Goldenen Pforte des Dresdner Rathauses eine Rede. Eine Menschenkette welche durch den sächsischen Ministerpräsidenten Stanislaw Tillich und Oberbürgermeisterin Helma Orosz in Richtung Altmarkt eröffnet wurde., sollte die Sadt symbolisch „beschirmen“ und schützen.

Der mit Rosen markierte Weg der Kette verläuft vom Altmarkt über die Seestraße, den Dr.-Külz-Ring und die St. Petersburger Straße bis zur Synagoge. Auf diesen Straßen werden einzelne Fahrspuren für die Menschenkette gesperrt. Entlang der Menschenkette sind mobile Tee-Einheiten unterwegs. Zur Gedenk-Feier und der Menschenkette in Dresden kamen zahlreiche Prominente aus aller Welt. Neben Landesbischof Jochen Bohl, Bischof Joachim Reinelt, Dr. Nora Goldenbogen (Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde zu Dresden), Dr. Johannes Kimme (Präsident der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen) und dem russisch-orthodoxen Erzpriester Dr. Georgi Dawidow auch Ministerpräsident Stanislaw Tillich und Landtagspräsident Dr. Matthias Rößler. Die Generalkonsulin der USA, Katherine Bruckner, und der ungarische Honorarkonsul Frank Müller-Eberstein, die DGB-Landesvorsitzende Iris Kloppich, Stephan Kramer, Generalsekretär vom Zentralrat der Juden, Innenstaatsminister Markus Ulbig, Dr. Alan Russell (Dresden Trust), Dr. Herbert Wagner (Oberbürgermeister a.D.) sowie zahlreiche Abgeordnete des Bundestages und des Sächsischen Landtags haben ihr Kommen zugesagt. Fast vollständig vertreten waren auch die Dresdner Bürgermeister sowie die Dresdner Stadtrats-Fraktionen von CDU, SPD, FDP, Bündnis 90/Die Grünen und Bürgerbündnis / Freie Bürger.

Helma Orosz, Oberbürgermeisterin der Landeshauptstadt Dresden sagte: „Zum ersten Mal ist es uns in diesem Jahr gelungen, ein breites und starkes Bündnis von Dresdner Organisationen und Institutionen zusammenzuschließen, um gemeinsam in würdiger Weise am 13. Februar an die Zerstörung unserer Stadt, den Tod zehntausender Menschen und das Leid der Überlebenden, aber zugleich auch an das Verbrechen des von Deutschland ausgegangenen Krieges zu erinnern. Unter dem Motto „Erinnern und Handeln. Für mein Dresden“ soll die Menschenkette den gemeinsamen Willen der Dresdnerinnen und Dresdner ausdrücken, ihr Erinnern mit dem Bekenntnis zu Frieden, Demokratie und Menschenrechten zu verbinden. Wie ein symbolischer Schutzwall soll sie die Dresdner Innenstadt umschließen und als Symbol friedlichen Erinnerns und Mahnens wie auch als ein klares und starkes Zeichen gegen die Vereinnahmung dieses Gedenkens durch Rechtsextreme wirken. Von Dresden soll am 13. Februar ein Zeichen für Frieden und Menschlichkeit ausgehen. Gewalt und Fremdenfeindlichkeit dürfen in unserer Stadt keinen Platz haben!“

Die Verkehrs-Betriebe von Dresden gedachten in ihrer eigenen und ganz besonderen Weise den Opfern der Bombenangriffe von Dresden. Auf den Bussen und Bahnen wurde symbolisch die „Weiße Rose“ gezeigt. Die deutschen Studenten Hans und Sophie Scholl und Christoph Probst engagierten sich während der Zeit der Gewalt-Herrschaft und Tyrannei der Nazis, in den Jahren 1933 bis 1945, friedlich gegen die systematische Massen-Vernichtung der Menschen jüdischen Glaubens und gegen den Zweiten Welt-Krieg. Die Friedens-Aktivisten, der „Weißen Rose“ wurden von den Nazis in öffentlichen Schau-Prozeßen für ihr friedliches Engagement zum Tode verurteilt und von Nazis ermordet.

Gedanken zum Gedenken der 5 Millionen Menschen, die Opfer im Holocaust wurden und Gedenken an die vielen Opfer der Bomben-Angriffe von Dresden, vor 65 Jahren:

“Aus der Katastrophe der nationalsozialistischen Terror-Dikatur in den Jahren 1933 bis 1945 mit 6 Millionen Menschen, die im Holocaust ermordet worden sind und aus der Katastrophe der Bomben-Angriffe von Dresden, sollten friedliebende Menschen 65 Jahre nach diesen Katastrophen vor allem zumindest eines gelernt haben: Es muss eine andere Antwort geben als Krieg, Gewalt und Terror.

Verhandlungen werden nicht mit Freunden geführt. Verhandlungen werden mit Feinden geführt. Wenn wir in der Lage sind, bei allem anderen Denken mit Feinden zu verhandeln, findet ein Prozeß des Lernens und der Entwicklung statt. Erst wenn wir uns diesem Anspruch zumindest etwas nähern, könnte es möglich sein, dass die Menschen in Deutschland und in der Welt den Beginn einer Bewegung für den Frieden finden.

Im Grundgesetz ist der Auftrag aller Menschen in Deutschland …”…dem Frieden in der Welt zu dienen…” seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland fest verankert. Dieser Auftrag “…dem Frieden in der Welt zu dienen…” verpflichtet alle Menschen – ohne Ausnahme – in Deutschland und in dieser Welt.”

Andreas Klamm Sabaot, französisch-deutscher Journalist, Rundfunk-Journalist, Autor (von 9 veröffentlichten Büchern), Fernseh- Radio- und Medien-Produzent seit 1984″

Liberty and Peace NOW! Human Rights Reporters
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MJB Mission News, ISSN 1999-8414
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