Mahnwache in Troisdorf in Gedenken an Wombel

Mahnwache in Troisdorf in Gedenken an Wombel

Sozial-Mobbing führt zum Tod von mehreren Menschen

Von Andreas Klamm

Berlin / Troisdorf. 21. Juli 2009. Das Erwerbslosen-Forum in Deutschland und weitere Gruppen rufen für 27. Juli 2009, 13 bis 18 Uhr zu Mahnwachen vor der ARGE Rhein Sieg, Job-Center in Troisdorf (Kölner Str. 176, 53 840 Troisdorf) vor dem Rathaus auf und in weiteren Städten und Gemeinden auf.

Die Initiativen wollen dem Selbstmord des Sozial- und Erwerbslosen-Aktivisten Wombel gedenken, der vor einem Jahr den Weg in den Freitod wählte.

Nach Angaben der Veranstalter sei der mit Hartz IV verbundene gesellschaftliche und soziale Abstieg sicher nicht ausschließlich der Grund für den Freitod des Sozial- und Erwerbslosen-Aktivisten, doch habe vor allem die Menschen-verachtenden Sanktions-Praktiken auf 0,00 Euro auch bei Wombel mit dem „berühmten Tropfen das Fass zum Überlaufen gebracht.“

Viele Menschen empfinden inzwischen bereits den sozialen Abstieg in den Bezug von Arbeitslosengeld II / Hartz IV als die Vorstufe zur „Anordnung der Vollstreckung eines Todes-Urteils“, mit den Gesetzen und Bestimmungen „Hartz IV“ benannt, gemeint ist das Arbeitslosengeld II. Hartz IV mache viele Menschen würdelos und beraube eine Vielzahl der Menschen der Menschenrechte und Menschenwürde zugleich.

Der Tod von Menschen werde billigend in Kauf genommen, um „Fälle“ zu den Akten legen zu können. Immer wieder mussten einzelne Menschen, Gruppen und Initiativen gegen die Denunzierungs- Verleumdungs- Lügen- und Hetz- Kampagnen protestieren, wonach angeblich alle Menschen, die ohne bezahlte Arbeit sind, „Sozial-Schmarotzer, Arbeitsfaule, Drückberger, Parasiten…“ sein sollen, die sich so wörtlich „…oft nur an den Fleischtöpfen des Staates bedienen wollten.“

Besonders entsetzt waren viele Menschen über die Äußerung des SPD-Politikers Franz Müntefering, der forderte: „Wer nicht arbeitet, der soll auch nicht essen.“

Viele Kinder dürfen nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte nicht in Deutschland arbeiten und viele behinderte, alte und kranke Menschen, auch Rentner, in Deutschland können nicht einer Erwerbstätigkeit nachgehen, da es diese Arbeitsplätze zum Einen nicht gibt und zum Anderen Kinderarbeit in deutschen Fabriken verboten ist. Da jedem Menschen bekannt, ist, dass wer über längere Zeit keine Nahrung zu sich nimmt, auch verhungert, empfanden viele Sozial-Hilfe-Empfänger und Menschen in schwerer Not diese Forderung als „ zutiefst Menschen-verachtend“. Zudem ist die Nahrungs- und Flüssigkeits-Aufnahme ein Grundbedürfnis, das jeder Mensch hat, ungeachtet dessen ob ein Mensch in einer nach deutschen Vorstellung regelmäßigen Erwerbs-Tätigkeit steht oder auch nicht.

Viele Menschen empfanden die Forderung als die Vorstufe einer möglichen Wieder-Einführung der Euthanasie, die in den Jahren 1933 bis 1945 in Deutschland sehr beliebt war und häufig angewendet wurde.

Behinderte, alte und kranke Menschen wurden zunächst während „Bus-Fahrten“ mit der Einleitung der Kohlenmonoxid-Abgase vergast und getötet. Später in den Massen-Vernichtungs-Anlagen, in den Konzentrationslager, wurden die Menschen, die als „lebensunwertes Leben“ deklariert wurden, mit dem bekannten Gas „Zykolon B“ . Insgesamt zwischen sechs bis 10 Millionen Menschen jüdischen Glaubens, behinderte, alte, kranke Menschen, Menschen christlichen Glaubens, wie im Beispiel der Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, die Nonne Edith Stein, SPD-Politiker, Kommunisten, Kriegs-Gegner, Regime-kritische Menschen, homosexuelle Menschen, Roma und Sinti und Kriegs-Gefangene wurden dem Massen-Euthnasie-Programm in Nazi-Deutschland in den Jahren 1933 bis 1945 zugeführt, das weltweit als Holocaust nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs bekannt wurde. Zyklon B wurde sehr häufig in den Menschen-Massen-Vernichtungs-Lager „Auschwitz“ und „Birkenau“ eingesetzt.

Das Erwerbslosen-Forum in Deutschland und zahlreiche weitere Gruppen, Initiativen und auch investigative und mutige Journalisten und Journalistinnen waren oft in der Lage, aufzudecken, dass es sich bei den falschen Vorwürfen gegen Menschen nicht selten in schwerer sozialer und wirtschaftlicher Not oft ausschließlich um Denunzierungs- Verleumdungs- Lügen und Hetz-Kampagnen auch in Zeiten der globalen Welt-Wirtschaftskrise handelt.

Der ehemalige Politiker Wolfgang Clement soll verschiedenen Quellen zufolge Menschen ohne eine Erwerbstätigkeit so wörtlich öffentlich als „Parasiten“ während einer Rede bezeichnet haben, womit Menschen in Deutschland, die keine Erwerbstätigkeit nach deutscher Vorstellung finden können, erneut das Mensch-Sein abgesprochen wurde. Mehrere Gruppen und Initiativen erstatteten nach der öffentlichen Äußerung des Poltikers Strafanzeige, unter anderem auch wegen „Volks-Verhetzung“.

Sicher ist auch wenn in vielen Ländern die Menschen aus Deutschland aufgrund der vielen Hetz- und Denunzierungs-Kampagnen durch deutsche Politiker und auch Massen-Medien als „faul und unzuverlässig“ gelten, hat jeder Mensch, ungeachtet dessen Herkunft oder sozialen Stellung, Anspruch auf soziale Sicherheit, Nahrung und auch die ärztliche Versorgung nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Viele Menschen die auf der Suche nach bezahlter Erwerbs-Tätigkeit sind, können bei allerbesten Anstrengungen keine Erwerbs-Tätigkeit finden, weil es in der Zeit der globalen und weltweiten Welt-Wirtschafts-Krise diese Arbeitsplätze real in Deutschland nicht gibt. Stattdessen kündigen Wirtschafts-Experten an, dass im Herbst 2009 mit weiteren Massen-Entlassung und einem „massiven Anstieg“ der Arbeitslosen-Quote gerechnet werde müsse.

Im April 2007 verhungerte in Speyer am Rhein der 20jährige lernbehinderte und an Depressionen erkrankte Andre Kirsch nach dem ihm von der zuständigen ARGE der Bezug von Arbeitslosengeld II nicht bewilligt worden war und damit die Sozialhilfe-Leistungen 0,00 Euro gekürzt wurden. Seine Mutter, deren Leistungen ebenso auf 0,00 Euro gestrichen worden waren, überlebte nur Dank der guten medizinischen Versorgung durch Speyerer Ärzte.

Journalisten, die über das Verhungern von André Kirsch berichteten, wurde vorgeworfen, sie hätten den Tod des lernbehinderten André Kirsch „frei erfunden“. Die Polizei konnte allerdings das Auffinden des jungen Mannes, der verhungerte bestätigen. Der Hungertod des jungen Mannes wurde im Deutschen Bundestag besprochen.

In der Folge von Denunzierungs- und Hetz-Kampagnen und des systematischen Sozial-Mobbing (mit dem Ziel eine Vielzahl von Menschen aus dem Sozialhilfe-Bezug heraus zudrängen) sind mehrere Menschen seit dem Jahr 2005, der Einführung von Hartz 4 in Deutschland verhungert und eine bedenklich hohe Zahl von Menschen hat sich das Leben genommen mittels Freitod, vielmehr Selbstmord.

Inzwischen diskutieren auch Politiker verschiedener Parteien über die Abschaffung der Gesetze Hartz IV, die nach Peter Hartz benannt sind. Die offizielle und richtige Bezeichnung der Sozialhilfe lautet Arbeitslosengeld II.

Für den ersten August 2009 hat der in Nürnberg lebende Autor von drei Büchern und Menschenrechts-Reporter, Hans-Jürgen Graf, zudem zu einem nationalen Gedenk-Tag für die Opfer von Sozialmobbing aufgerufen. Weitere und ausführliche Informationen sind bei http://prekarier.infopartner.net zu finden.

Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen ist unter anderem auch bei www.un.org zu finden.

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