Amok-Attentat von Winnenden: Angehörige und Opfer werden von einem Jäger verspottet

Amok-Attentat von Winnenden:

Angehörige und Opfer werden von einem Jäger verspottet

Ein Kommentar von Andreas Klamm

Winnenden / Berlin. 31. März 2009. Es ist knapp eine Woche vergangen nach der Trauer-Feier und dem Staats-Trauer-Akt für die 16 erschossenen Opfer von Winnenden. Nach dem Brief eines Oberjägers aus dem Saarland an die Abgeordneten des Landtags könnte die Trauer-Feier für die Opfer der 16 getöteten Menschen fast nur noch wie eine fast perfekt inszenierte Trauer-Show erscheinen. So oder so ähnlich könnten sich in diesen Augenblicken die Angehörigen der 16 erschossenen Opfer des Amok-Attentates auf die Albertville Realschule der Stadt in der Nähe von Stuttgart fühlen.

Ein oberster Jäger aus dem Saarland hat laut einem Bericht in der Bild-Zeitung vom 31. März 2009 das Blutbad von Winnenden verharmlost. 16 Menschen starben im Kugelhagel, acht Schülerinnen und ein Schüler, drei Lehrerinnen und drei Passanten. Sieben weitere Menschen wurden schwer verletzt, darunter auch zwei Polizisten. Der 17jährige Täter erschoss sich nach dem Amok-Lauf selbst.

In einem Brief an alle 51 Landtagsabgeordnete verharmloste der oberste Jäger, Andreas Scho. (41) aus dem Saarland das Amok-Massaker von Winnenden. Er vergleicht das Attentat mit einem Verkehrsunfall. Ziel der Aktion: Der Mann will offenbar schärfere Waffengesetze verhindern.

Seine Argumentation in einem vierseitigen Brief beschreibt der Jäger:„Stellen Sie sich vor, … ein verrückter Jugendlicher wäre ohne Führerschein in eine Menschenmenge gerast“. Um dann die Frage zu stellen: „Wäre auch gefordert worden, die Aufbewahrung des Pkw in der Garage zu verschärfen?“

Vielleicht wird ihm der Polizist, der bei dem Amok-Attentat von Winnenden seine junge Ehefrau, eine Lehrerin, verloren hat, .die Frage stellen: „Was hat ein verrückter Jugendlicher ohne Führerschein am Steuer eines Autos zu suchen? Wer ist verantwortlich, dass der Jugendliche an den Schlüssel des Fahrzeugs gelangen konnte?“

Doch der Jägermeister geht in seinen Ausführungen noch weiter. „Für uns ist die Waffe ein Werkzeug, das täglich gebraucht wird. Ein Symbol für Freiheit“.

Diese Ausführungen müssen für die Angehörigen, die auch Psycho-traumatisierte Opfer des Amok-Massakers von Winnenden geworden sind, wie der blanke Hohn wirken.

Der Jäger bezeichnet die einzige Maßnahme, die möglicherweise mit einfachen Mitteln zu realisieren ist ohne Gesetzes-Änderungen, die unangekündigten Kontrollen durch die Polizei bei Waffenbesitzern als „DDR-Methoden“. Angeblich würden damit Waffenbesitzer schlechter gestellt als Kriminelle, die illegal Waffen besitzen.

Ohne es vielleicht zu bemerken, doch damit stellt der Jäger, vermutlich ohne Absicht, Kriminelle und Waffenbesitzer im Allgemeinen gleich.

Wen wundert es da, dass jetzt einige Menschen darüber nachdenken zu fordern zu prüfen, ob man Menschen mit solchen Einstellungen eine Schuß-Waffe und Waffenbesitz-Karte in der Hand belassen kann, mit der es möglich ist nicht nur Jagd auf Tiere, sondern auch Jagd auf Menschen zu machen.

Politiker der Partei die Grünen reagierten mit Entsetzen auf den Brief des Oberjägers aus dem Saarland. Der Grünen-Politiker Hubert Ulrich (51) will am Mittwoch einen Antrag auf die Verschärfung der Waffengesetze im Landtag einbringen: „Hier will jemand mit hanebüchenen Vergleichen die Gefährlichkeit von Waffen verharmlosen. Der Jägermeister hat die Grenzen des guten Geschmacks weit überschritten. Eine Entschuldigung wäre angebracht.“

Nach der bis heute nicht zu verstehenden Tat vom 11. März 2009 ist es wieder sehr still geworden um die Menschen und Angehörigen der Opfer in Winnenden.

Eine Gemeinschaft von Angehörigen der Opfer von Winnenden hat den Mut aufgebracht in einer öffentlichen Petition, die am Samstag, 21. März 2009, in der Winnender Zeitung veröffentlicht wurde, die richtigen Konsequenzen zu fordern, die auch von der internationalen Jüdischen-Christlichen John Baptist Mission of Togo, Vertretung für Deutschland und Vertretung von Groß Britannien und von dem internationalen Medienprojekt für die Menschenrechte „Liberty and Peace NOW! Human Rights Reporters“ öffentlich und solidarisch unterstützt wird.

Gefordert werden unter anderem ein Verbot von Killer-Spielen, Kontrollen von Waffen-Besitzern und Gewalt-verherrlichende Fernseh-Sendungen zu späteren Sendezeiten im Fernsehen zu senden, dann wenn Jugendliche und Kinder üblicherweise sich im erholsamen Schlaf zur Vorbereitung auf den Unterricht befinden sollten.

Doch statt der großen Solidarität diese Familien zu unterstützen und damit auch für den Schutz weiterer Schüler, Lehrer und Menschen in Deutschland beizutragen, scheint die Solidarität, Liebe, Mitgefühl und Nächstenliebe in Deutschland wieder sehr schnell erkaltet zu sein. Dabei hat es fast so ausgesehen als würde es eine Wende von der erbarmungslosen Konkurrenz- und Gewalt-Gesellschaft in eine solidarische Gemeinschaft geben, die ihr Sozialverhalten in ein Gutes ändert.

Müssen wir etwa schon bald in der allgemeinen Verrohung der Gesellschaft damit rechnen, dass der Jägermeister für die Verharmlosung der Gewalt und des Amok-Attentats von Winnenden mit 16 getöteten Menschen vom Bundesinnenminister nach Berlin eingeladen wird und mit dem goldenen Jagd-Abzeichen für seinen Brief an die Landtags-Abgeordneten im Saarland geehrt wird?

Was mag dann wohl geschehen, wenn der Jäger sich bei Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble mit den Worten bedanken sollte : „Der Bundesinnenminister genießt die Freuden und Auswirkungen des „Symbol der Freiheit“ täglich. Nicht wahr, macht es Spaß im Rollstuhl zu sitzen und so hilflos zu sein, noch nicht einmal mehr eine Notdurft ohne fremde Hilfe verrichten zu können?“

Und weil in Deutschland schon so viele Menschen es absolut lustig und schön finden, Menschen zu jagen, zu verletzten, zu schädigen und Leid zuzufügen, beginnt dann die versammelte Menge in Berlin mit lauten Gelächter über den Mann im Rollstuhl zu lachen und schreit: „Das ist der Mann, der die Auswirkungen der Anwendung des „Symbols für Freiheit“ täglich neu im Rollstuhl genießt.“

Es sind Schreckens-Szenen, die leider in ähnlicher Form bereits in Deutschland stattgefunden haben. Statt zur Hilfe für Menschen in schwerster Not, auch Frauen und Kinder bereit zu sein, wurden Kinder und Frauen in Deutschland in den Jahren 2007 und 2008 beleidigt und verspottet in größter Not und zum Teil in Lebensgefahr. Ein ganz trauriges Beispiel die Reaktionen auf das Verhungernlassen des 20jährigen lernbehinderten André Kirsch in Speyer am Rhein.

Ein weiteres Schreckens-Beispiel die Reaktionen auf die Brandkatastrophe in Ludwigshafen. Die Sorgen und Ängste der Menschen wurden nicht verstanden und man wirft den Angehörigen der 10 getöteten Frauen und Kinder sogar öffentlich so wörtlich „Stromklau“ vor. Es gibt mehrere Hundert weitere Beispiele solcher Schreckens-Szenarien der Verrohung der Menschen in der Gesellschaft und Gewaltverherrlichung in Deutschland.

Bleibt zu hoffen, dass in der allgemeinen Verrohung der Menschen in einer fast erbarmungslos erscheinenden Gesellschaft in Deutschland erspart bleibt, Szenen zu erleben, in denen der Bundesinnenminister öffentlich ausgelacht wird, weil er nach einem Attentat im Rollstuhl sitzt.

Bleibt auch zu hoffen, dass es den guten und engagierten Politikern der Partei Bündnis 90/ Grünen gelingt, vernünftige und richtige Entscheidungen im Landtag im Saarland auf den Weg zu bringen und bleibt zu hoffen, dass es Polizei, Psychologen, Sozial-Arbeitern und Politikern rechtzeitig gelingt das nächste drohende Blutbad an einer Schule oder an anderen Orten zu verhindern.

Seit dem Amok-Attentat in Winnenden hat es mehr als 60 weitere Drohungen für Amok-Attentate an Schulen in Deutschland gegeben. Mehrere Schüler und Schülerinnen wurden rechtzeitig verhaftet. Das Schlimme daran, selbst im Falle von Nachahmern, die nicht wissen was sie tun, drohen ernste Konsequenzen für die Schüler und Schülerinnen, die weitere Amok-Attentate androhen. Die Jugendlichen zerstören sich mit solchen Amok-Drohungen die private und berufliche Zukunft. Ein weiterer guter Grund mehr Psychologen und Sozialarbeiter in die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen zu integrieren in der Schule und im Internet.

In Deutschland gibt es viel zu leisten, um viele Menschen neu zu erziehen, Kinder, Jugendliche und Erwachsene, dass Solidarität, Nächstenliebe, Gewalt-Prävention, Freiheit und Friede wichtiger sind, als wie ein „Killer oder Terminator-Held“ in Deutschland Schülerinnen, Schüler und Lehrer zu jagen und zu erschießen.

Kaum ein Mensch sollte die Sorgen, Nöte und Ängste von den Angehörigen der Opfer in Winnenden besser verstehen können als der Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble.

Der Bundesinnenminister sollte die Forderungen der Eltern und weiterer für den Frieden und Gewalt-Prävention engagierter Menschen in Deutschland sehr gut verstehen können.

Nicht immer verlaufen Attentate tödlich

Am Abend des 12. Oktober 1990, vor 19 Jahren, warb auf einer politischen Wahlkampf-Veranstaltung Dr. Wolfgang Schäuble für seine Partei, die CDU und für die deutsche Einheit. Als Bundesinnenminister entwickelte er den Vertrag zur deutschen Einheit mit. Plötzlich trat aus der Menge ein Mann mit einer Smith & Wesson, Kaliber 38. Zwei Schüsse trafen den Innenminister. In das dritte Geschoss warf sich der Personenschützer von Wolfgang Schäuble, Klaus-Dieter Michalsky und rettete damit das Leben des Politikers.

Beide verwundete Männer überlebten das Attentat. Der Personenschützer wurde leicht verletzt. Doch die Welt des Wolfgang Schäuble veränderte sich von einem Tag auf den anderen Tag für immer. Er schwebte in Lebensgefahr und ist vom dritten Brustwirbel an gelähmt. In der Freiburger Uni-Klinik kämpften Ärzte um das Leben des Politikers. Den Ärzten gelingt es zwar das Leben des Politikers zu retten doch eine Kugel hat das Rückenmark von Wolfgang Schäuble getroffen.

Der Politiker wird voraussichtlich ein Leben lang im Rollstuhl verbringen müssen.

Nach Außen und in der Öffentlichkeit gibt sich der Innenminister besonders hart. Möglicherweise darf der Politiker in seinem Amt nicht das geringste Anzeichen von vermeintlicher Schwäche und Menschlichkeit oder gar Mitmenschlichkeit zeigen. Ein Sprichwort in Deutschland besagt bekanntlich: „Ein deutscher Soldat kennt keinen Schmerz.“

Wie falsch dieses Sprichwort ist, beweisen nach den Irak-und Afghanistan-Einsätzen die Soldaten der Bundeswehr jetzt selbst, die mit schwersten Psycho-Traumata und schwersten Verwundungen der Seele keine Nacht mehr ruhig schlafen können, wenn sich vor dem inneren Auge immer wieder die Szenen sterbender Kinder und Frauen nach Bombenangriffen oder im Kugelhagel wiederholen oder sie sich immer wieder an die hilflosen und verzweifelten Schreie, das Stöhnen und Wimmern von Kameraden und weiteren Soldaten und Soldatinnen erinnern, deren Beine und Arme durch Anti-Personen-Minen abgerissen wurden.

Die Soldaten leiden oft über Jahre oder ein ganzes Leben. Ein Leid das man nach Außen hin, zunächst ebenso wenig, wie eine Erkrankung an einem Tumor oder einen Herz-Infarkt bemerkt, vielleicht erst nach Jahren sieht, nämlich meist dann wenn es zu spät ist und die einstigen „stählernen deutschen Soldaten, die angeblich keinen Schmerz kennen“ unter der Qual der Last zusammenbrechen.

Viele Menschen erkennen noch nicht einmal mehr wie hoch zum Himmel die Not in Deutschland schreit. Hat je ein Mensch schon einmal darüber nachgedacht, weshalb fast jeder Politiker und Politikerin in Deutschland zwei, drei oder mehr schwer bewaffnete Personen-Schützer in Deutschland benötigt, um notfalls mit Waffen-Gewalt Menschen zu schützen vor anderen Menschen, die Gewalt mit Waffen anwenden könnten.

Der deutsche Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble kann sich noch nicht einmal als Rollstuhl-Fahrer ohne Personen-Schützer in die Öffentlichkeit wagen. Im Jahr 2002 gab es einen weiteren Beinahe-Attentat-Versuch bei einer politischen Wahl-Kampf-Veranstaltung. Eine Person brachte eine Geflügelschere zur Veranstaltung.

Sollen diese erbärmlichen Zustände im Land, dass ein Mensch, der ein politisches oder auch öffentliches Amt in Deutschland ausübt, ohne Personen-Schützer oder Leibwächter sich nicht mehr alleine auf die Straße wagen kann, etwa gar als eine Normalität bezeichnet werden?

Schon diese Beispiele sind deutlichste Symptome für ein ganz schweres Krankheits-Bild in der Gesellschaft der Menschen in Deutschland. Wie viele Menschen im Land nehmen die Symptome einer mehr und mehr von der Krankheit „Hass und Gewalt“, fast wie ein bösartiger Krebs-Tumor die Menschen zerfressende Epidemie, die sich inzwischen zu einem ernsten allgemein-gesellschaftlichen Problem entwickelt hat, wahr?

Von menschlichen Schwächen und besonderen Stärken

Vielleicht wäre es besser wenn auch Wolfgang Schäuble menschliche Gefühls-Rührungen in der Öffentlichkeit zulassen würde und es sich erlaubt, Tränen zu vergießen über die Freuden und Hoffnungen, die ihm durch das Attentat von einem Tag auf den anderen Tag zerstört und genommen wurden. Vielleicht sollte er offen und frei bekennen: „Diesen Amok-Attentäter des 12. Oktober 1990, diesen Amok-Schützen, der mein Leben für immer zerstört hat, diesen Amok-Attentäter hasse ich und noch mehr Menschen mache ich zum Vorwurf, dass man den Mann in seiner Not vor dem Attentat sich selbst ohne Hilfe zu gewähren, überlassen hat.“ Wäre die Gefühlsnot des Mannes rechtzeitig oder die Gefahren erkannt worden, könnte heute noch Wolfgang Schäuble ein gesundes und glückliches Leben führen und mit politischen Erfolgen auf seinen Beinen in Berlin beim Spaziergang mit seiner Ehefrau gehen.

Welcher Mensch könnte solche Gefühle nicht verstehen?

Besondere Stärke die ihres Gleichen sucht, hat Papst Johannes Paul der II. bewiesen. Nach einem fast tödlich verlaufenden Attentat auf das Oberhaupt der Römisch-Katholischen Glaubens-Kongregation besuchte er nach einer angemessenen Zeit den Attentäter und sagte ihm von Angesicht zu Angesicht, dass er ihm seine Schuld vergibt. Damit hat der frühere Papst ein Beispiel besonderer Stärke und der größten Kraft ganz ohne Waffen gegeben. Die Kraft, die in diesem Beispiel beschrieben wurde heißt Liebe und überkommt jede Katastrophe und ist stärker als alle Gefühle des Hasses.

Der Attentäter, der auf Wolfgang Schäuble geschossen hat und diesen in den Rollstuhl brachte, hat sich inzwischen schriftlich beim Bundesinnenminister für die unsinnige Schreckens-Tat entschuldigt. Er befindet sich in einem Psychiatrischen Krankenhaus.

Doch einen Fakt kann Wolfgang Schäuble ganz sicher öffentlich bei allen Menschen in Deutschland bestätigen, vermutlich kaum besser als viele andere Menschen, Waffen und insbesondere Waffen, die sich in den falschen Händen von Menschen oder gar Jugendlichen befinden, sind hundertprozentig nicht ein „Symbol für Freiheit“.
Bei allen Zweifeln ist sicher: Wolfgang Schäuble könnte täglich alle Menschen darüber informieren und aufklären, dass die Anwendung von Tod-bringenden oder schwer verletzenden Schuss-Waffen für viele Dinge, nur nicht für ein „Symbol für Freiheit“ steht.

Ein „Symbol für Freiheit“ wäre es, wenn Menschen nicht so schwach wären, dass diese glauben auf den vermeintlichen Schutz durch Waffen angewiesen zu sein. Ein „Symbol für Freiheit“ könnte Deutschland sein, ein Land das laut dem Grundgesetz zum Frieden in der Welt verpflichtet ist, wenn in diesem Land kein Mensch mehr eine Waffe besitzen würde, sieht man von Jägern, Sport-Schützen, Polizisten und Soldaten ab, die mit größer Verantwortung und Sorgfalt mit Tod-bringenden Waffen nach einer geeigneten Prüfung diese Waffen mit sich führen müssen.

Ein „Symbol für Freiheit“ wäre es wenn, schwache und behinderte Menschen und Menschen in Not geschützt , unterstützt, gefördert und nicht verfolgt, gedemütigt und beleidigt werden würden. Ein „Symbol für Freiheit und Liebe“ wäre es wenn Nächstenliebe, Liebe, Bürgerrechte, Grundrechte und Menschenrechte und Dialog in Deutschland regieren würden, statt Hass, Gewaltverherrlichung, Neid, Missgunst, Rufmord, Mord und Totschlag, statt die „Besten-Auslese“, statt ein unerbittlicher Konkurrenz-Kampf im Kampf der Evolution herauszufinden, wer der Stärkere ist und statt des Hohnes gegenüber Menschen, die in Zeiten des Untergangs der Weltwirtschaft ihren Arbeitsplatz meist unverschuldet verlieren und durch Staat und Behörden wie Schwerst-Kriminelle bestraft werden mit Kürzungen der den Menschen zustehenden Sozialleistungen auf 0,00 Euro.

Wo ist der soziale und demokratische Bundestaat Deuschland?

Laut dem Grundgesetz und der Verfassung für Deutschland ist Deutschland ein so wörtlich „sozialer und demokratischer“ Bundesstaat. Doch wo ist der soziale und demokratische Bundesstaat Deutschland rund drei Wochen nach dem Amok-Attentat von Winnenden.

Wo ist der soziale und demokratische Bundesstaat Deutschland, wenn Menschen gegen Krieg und für Frieden mit Friedens-Fahnen und Transparenten in Strasbourg signalisieren wollen „Wir wollen Eueren Krieg nicht, wir wollen Frieden.“, und wie Kriminelle vom Staat verfolgt werden und die nach der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte der United Nations (Vereinte Nationen) und dem Grundgesetz garantierte Versammlungs- und Demonstrations-Freiheit partiell aufgehoben wird.

Wird von den Angehörigen der Opfer des Amok-Massakers von Winnenden erwartet nach drei Wochen sich besonders hart und schnell in der Öffentlichkeit zu präsentieren?

Vor wenigen Monaten sagte ein Politiker der FDP: „Wenn die Menschen nicht bald ihr Sozialverhalten in das Gute verändern, dann muss die Menschheit von der Erde verschwinden.“

Das sind harte Worte, doch wenn viele Menschen in Deutschland nicht bald ihr Sozialverhalten in ein gutes Sozialverhalten geprägt von Toleranz, Gastfreundschaft, Mitgefühl, Nächstenliebe, Liebe und Offenheit verändern werden, wenn die Menschen in Deutschland nicht bald erkennen, dass es möglich ist, dass auch behinderte, kranke, arbeitslose, alte, junge und schwache Menschen und Menschen aus fernen Ländern in einer großen Gesellschaft von 82 Millionen Menschen im Land mitzutragen, dann dürfen sich viele Menschen in Deutschland nicht darüber wundern, wenn Gewalt, Hass, Missgunst und der Tod in Deutschland siegen und viele Menschen den wirtschaftlichen Untergang auch erleben müssen.

Doch wer wird dann noch da sein, um diesen Menschen zu helfen oder Anteilnahme und Mitgefühl zu empfinden, wenn die Gesellschaft in Deutschland mehr und mehr verroht, Anteilnahme-los, ohne Liebe, ohne Mitgefühl zu schenken und ohne das Recht auf Leben der Menschen zu schützen, die versuchen in einer Welt zu überleben, die besser sein könnte. Erst dann werden möglicherweise auch jene Menschen erkennen, die anderen Menschen, das Recht auf eine gerechte und gute Versorgung und Teilhabe auch in Zeiten der Weltwirtschafts-Krise nehmen, dass man auch Waffen und Gold nicht „fressen“ kann.

Muss es wirklich erst so weit kommen, bis jeder Mensch in Deutschland durch Qualen und unerträgliches Leid in Deutschland vor Schmerzen schreit? Die Zeit ist knapp.

Noch gibt es für viele Menschen die Chance der Wende weg von der Ellenbogen-Gesellschaft in der jeder nur noch sich selbst der Nächste ist, den Schritt in eine Gesellschaft zu wagen in der Verständnis, Liebe, Mitgefühl, Hilfe, soziale Gerechtigkeit, Demokratie und Solidarität möglich sind.

Eine Petition für Gewalt-Prävention und für Frieden kann öffentlich im Internet mitgezeichnet werden: www.petitiononline.com/32009/petition.html

Anmerkung der Redaktion:

Der Journalist, Rundfunk-Journalist und Autor des Beitrages, Andreas Klamm, wurde als sehr junger Jugendlicher mit drei weiteren Menschen, Opfer einer schweren Gewalt-Tat nach der Anwendung von Schuss-Waffen durch einen damals unzurechnungsfähigen Täter. Der damalige Jugendliche erlitt ein schweres Trauma der Psyche und eine schwere seelische Verletzung. Eine weitere Person wurde leicht verletzt und überlebte. Zwei weitere damals jugendliche Personen erlitten ebenso schwere Traumata der Psyche und seelische Verletzungen. Nach mehr als 10 Jahren nach den Ereignissen, die er als mit „Hass erfüllt gegenüber dem einstigen Täter“ beschreibt, besuchte der Journalist und Autor den ehemaligen Täter, suchte das Gespräch und es kam zu einer Versöhnung. Der erste Versuch der Versöhnung eskalierte zunächst fast in einer neuen bedrohlichen Krise und konnte von Zeugen des Versuches der Versöhnung entschärft werden. Erst der zweite Versuch der Versöhnung ist gelungen. Täter und Opfer umarmten sich am Ende der Aussprache und fanden einen neuen Frieden ohne Hass. Im sekundären Zweitberuf ist Andreas Klamm, neben seinem Hauptberuf als Journalist, Rundfunk-Journalist, Schriftsteller, Autor, Fernseh- Radio- und Film-Produzent, staatlich geprüfter Gesundheits-und Krankenpfleger (Staatsexamen, 1993, Regierungspräsidium Tübingen), zudem Rettungssanitäter und in den Jahren 2003 und 2004 studierte er als Vollzeit-Student an der Evangelischen Fachhochschule für SOZIAL- und GESUNDHEITSwesen in Ludwigshafen am Rhein (heute als Fachhochschule, Fachschaft 4, Ludwigshafen am Rhein bezeichnet).

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